Seniorenarbeit im DV

Seniorenwandern im 1. Halbjahr 2014

 
Begeisterndes Wandern – neue Gesichter, hohe Erwartungen
 
Einen Bilderbuchstart ins neue Wanderjahr erlebte das Seniorenwandern im DV Würzburg der DJK mit einer bisher noch nicht erreichten Rekordbeteiligung: 112 Personen lockte das Programm des Kreisverbandes Schweinfurt nach Eckartshausen bei Werneck. Bestaunten die Gäste schon die gelungene Gestaltung des Dorfplatzes mit der historischen Wallfahrtskirche als Mittelpunkt, war man allgemein überrascht von der ansehnlichen Renovierung und das neue Erscheinungsbild im Inneren des altehrwürdigen Gotteshauses. Viel Mühe hatten sich die Verantwortlichen aber auch gegeben mit der Auffrischung der Wallfahrtsgeschichte in der Dorfbevölkerung, selbst ein völlig vergessenes Wallfahrtslied wurde neu aufgelegt. Heute besuchen die gotische Kirche mit ihrer Barockausstattung nicht mehr viele Wallfahrer; sie ist in erster Linie Ziel von Wanderern und Radtouristen, die auf dem "Fränkischen Marienweg" - ins Leben gerufen vom früheren Hammelburger Pfarrer Josef Michael Treutlein - unterwegs sind. Zu sehen bekamen die DJK-Wanderer aber auch in der Umgebung des Ortes einen riesigen Steinbruch, der über Jahrhunderte das Material für die Wallfahrtskirche Eckartshausen wie auch für viele Bauwerke in Würzburg und Umgebung lieferte. Ergänzt wurden diese Informationen bei einem Besuch in einem alten Steinmetz-Betrieb, der diesen Qualitätssandstein noch zu bearbeiten versteht.
 
Auch beim Wandertag der Senioren im Mai, zu dem die DJK Gramschatz geladen hatte, gab es zunächst einen überaus sehenswerte, reichlich ausgestattete Barockkirche zu bewundern, viel zu groß für die kleine Dorfgemeinde mit nur rund 500 Einwohnern. Aber das bemerkenswerte Gotteshaus im Zentrum des Ortes profitierte schon in seiner Bauphase wie auch später in seiner üppigen Ausgestaltung von Baumeistern aus Italien, die zu dieser Zeit von den Fürstbischöfen an der Residenz in Würzburg engagiert waren und immer voll ausgelastet sein mussten.
Die mehr als hundert Teilnehmer lernten aber auch beim Gang durch die Flur des recht waldreichen Dorfes, heute Ortsteil von Rimpar, die besondere Lage im Mittelpunkt der "Fränkischen Platte" kennen, der fantastische Ausblicke bis hinüber in den Steigerwald, nach Thüringen und hinauf in die Bayerische Rhön zulässt. Rast war an der Faustenbacher Kapelle, zum Dank gestiftet von Kriegsheimkehrern aus dem 2. Weltkrieg. An der "Laueiche", einem Markierungspunkt im Wegenetz früherer Zeiten, wurde den Wanderern noch einmal die Bedeutung der Mittelpunktslage eines kleinen fränkischen Dorfes deutlich.
 
Gar 115 Teilnehmer ließen sich beim Wandertag im Juni von Albin Kemmer in den Steigerwald locken, um sich im neu errichteten "Wald- und Nachhaltigkeitszentrum" über die besondere Bedeutung des Waldes und dabei gerade auch um die außergewöhnliche Situation des Steigerwaldes zu informieren.
Das Nachhaltigkeitszentrum entsteht in Handthal, einem idyllischen Winzerort am nördlichen Rand des Steigerwaldes. Es will aufmerksam machen auf die vielfältige Bedeutung des Waldes, die nach der Nutzung vor allem in dessen Schutz und Erhaltung zu sehen ist. Eine anschauliche Dauerausstellungen sowie "Mitmachstationen" sprachen die Besucher sehr an. In fachlich-wissenschaftlichen Wechselausstellungen wie mit kulturellen und künstlerischen Themen will man künftig den Gedanken der Nachhaltigkeit stärker gewichten.
Es gibt ehrgeizige, pädagogisch ausgerichtete Ziele; dazu entstehen Erlebnis- und Informationspfade, wie der neu konzipierte Waldwipfelpfad nahe Ebrach, der in einer Höhe von 40 m, 1150 m lang im Entstehen ist. Ein ganzjähriges Spektakel soll es werden und Besucher das "Spiel der Jahreszeiten im Steigerwald" erleben lassen. Von den bisher zugänglichen Stationen machten die Wanderer um Albin Kemmer reichlich Gebrauch, gemäß dem Motto: "Der Wald - unser Schatz."
Ganz anders geartet waren Programm und Ablauf des Wandertages im Juli, zu dem Rudi Krebs die DJK Weichtungen als Gastgeber gewinnen konnte. Zwar scheiterte der Besuch der Einrichtungen um Maria Bildhausen und insbesondere ein "Schnupper-Schnellkurs" auf dem berühmten Golfplatz an in DJK-Kreisen nicht gewohnten Gebühren. Dafür gab es Außergewöhnliches: Den Verantwortlichen der DJK Weichtungen war es gelungen, ihren Geistlichen Beirat, Herrn Pfarrer Finger (Poppenlauer) zur Führung der Gäste zu gewinnen. So wanderte die erneut große Schar durch das malerische Ransbachtal, wo sich unweit des Ortes eine ansprechend gestaltete Mariengrotte befindet. Diese beging in diesem Sommer ihr hundertjähriges Jubiläum, ein Ort zum Rasten, Besinnen, Beten und Singen. Pfarrer Finger nutzte dabei aber auch die Gelegenheit, die Gäste über einen besonderen Bürger des Ortes zu informieren: P. Lucius Roth, Benediktiner, 1890 geboren in Weichtungen, 1914 in Rom zum Priester geweiht, anschließend in Korea in der Mission tätig, bis er 1949 verhaftet und 1950 in Nordkorea als Martyrer hingerichtet wurde. Ebenso begeistert stellte der rührige Pfarrer den aufmerksamen Zuhörern auf dem Rückweg die Pfarrkirche St. Josef vor. So lernten DJK-Senioren nicht nur ein überaus schmuckes Dorf kennen, die ganze Landschaft hatte es vielen Teilnehmern angetan, ob man sie "Schweinfurter Rhön" oder touristisch "Schweinfurter Oberland" nennen mag. Und auch die DJK Weichtungen hat sich als Gastgeber einen Namen gemacht.
 
Zieht man nun nach der Hälfte der Wandertage bereits ein Resümee für 2014, so lässt sich feststellen: Das Interesse ist auch im neunten Jahr des DJK-Wanderns ungebrochen, hat mittlerweile zu regelmäßig über hundert Teilnehmern geführt, obwohl nicht mehr alle Stammbesucher aus der Anfangszeit dabei sind. Dafür hat man gerade heuer verstärkt den Eindruck, dass viele neue Gesichter mit hinzu gekommen sind, des Wanderns wegen und des Beiprogramms wegen. Den DJK- Vereinen mit regen Verantwortlichen gelingt es, mit attraktiven Angeboten den Verein, den Heimatort sowie dessen Umfeld zu präsentieren. Die Teilnehmer selbst genießen zudem die Gemeinschaft und das Zusammensein danach: Ohne Singen geht gar nichts, da darf es ruhig auch etwas später werden.
 
Diesen Bericht von Herbert Naß können Sie unter Zeitschrift in "Wegezeichen 2/2014" nachlesen oder als einzelne pdf-Datei

Seniorenwandern im 2. Halbjahr 2012

Kulturelle Angebote gehören zum Wandern in der DJK
 
„Was haben wir in den sieben Jahren seit Bestehen des Seniorenwanderns in der DJK in den sieben Kreisverbänden des DV Würzburg doch alles zu sehen bekommen und erlebt,“ zog Rudi Krebs, der Seniorenfachwart im Verband am Ende des Wanderjahres 2012 eine überaus positive Bilanz. „Zusammen mit den jeweils angehängten Terminen, immer im November eines jeden Jahres waren das weit über 50 Erlebnistouren zum Kennenlernen unserer fränkischen Heimat.“
 
Ein Musterbeispiel geradezu für den Ablauf dieser so beliebten Wandertage lieferte im August 2012 der KV Steigerwald, der die Wanderfreunde nach Volkach kommen ließ. Aber nicht der „Perle an der Mainschleife“ sollte der Besuch gelten, Wanderwart Erhard hatte sich eine Rundtour mit dem Hauptziel Gaibach vorgenommen.
Zur Begrüßung der DJK-Gäste kam sogar der „Volkacher Ratsherr“ persönlich, um den mehr als 80 Teilnehmern dieses bekannte Fleckchen rund um seine Stadt vorzustellen. Das Hauptinteresse galt aber Gaibach, einem Volkacher Stadtteil. Auch hier hatten die Verantwortlichen des KV für eine kompetente Führung durch den Tourismusverband gesorgt, die zunächst das Gaibacher Schloss, einen Renaissancebau aus den Zeiten der Schönborn, seit 1949 ländliches Gymnasium mit angeschlossenem Internat, vorstellte. Nicht weit war es dann zur Pfarrkirche „Zur heiligsten Dreifaltigkeit“ im Ort, einer schlichten Barockkirche, 1743 – 1745 von Balthasar Neumann im Auftrag des Fürstbischofs errichtet. Mit der Rundkirche „Zum heiligen Kreuz“ auf einer Anhöhe nördlich des Ortes besuchte die Gruppe einen weiteren bedeutenden Sakralbau. Dieses Gotteshaus wird zwar nicht mehr so häufig aufgesucht, lebt aber auch heute noch von der Wallfahrertradition an der Mainschleife. Beide Kirchen besitzen berühmte Orgeln, unter Fachleuten weithin anerkannt.
Von hier aus zog die Wandergesellschaft weiter die Weinbergslagen hinan zur Konstitutionssäule auf der Höhe, ein Bauwerk, das der damalige Schlossherr aus Freude über die Bayerische Verfassung von 1818 in seinem Englischen Garten errichten ließ. Hier spendeten die Gastgeber Weinproben aus bekannten Lagen der Umgebung, ehe man mit dem Besuch der Wallfahrtskirche „Maria im Weinberg“ ein weiteres Hauptziel ansteuern ließ. Das außergewöhnliche Marienheiligtum war nach intensiver Renovierung erst wieder zugänglich und ließ die Besucher staunen über die gelungene Gestaltung rund um Tilmann Riemenschneiders Madonna im Rosenkranz. Nach so viel kulturellen Höhepunkten sowie einer kleinen Marienverehrung danach kam man schließlich noch im Sportheim der DJK Rimbach zum geselligen Ausklang zusammen.
 
Mehr als gelungen kam der Wandertag im Oktober bei den Senioren an; dazu hatte die DJK Mühlbach für den KV Rhön-Grabfeld eingeladen. Stellvertretender DV-Vorsitzender Peter Eschenbach begrüßte eine stattliche Anzahl von mehr als 80 Teilnehmern, während seine Schwester – Stadträtin in Bad Neustadt – die Gäste führte. Durch eine herbstlich gefärbte Landschaft wanderte die lange Reihe zunächst entlang eines aufschlussreichen Rundweges „Durch den Muschelkalk“, der interessante Einblicke in die Geologie des dortigen Raumes zuließ. Die Route führte schließlich nach Löhrieth, dann weiter auf eine Anhöhe zum Hauptziel des Tages, einem Canyon gleichen Steinbruch, der mit seinen Ausmaßen und seiner Ausbeutung über die Jahrhunderte hinweg die Wanderfreunde nur so staunen ließ. Alle öffentlichen Gebäude von Bad Neustadt und Umgebung sind seit Menschengedenken mit diesem harten Steinmaterial dauerhaft gebaut worden.
Auf dem Rückweg zum Sportfeld der DJK gab es aber auch noch herrliche Weitblicke hinein in die Rhön zu bewundern, klare Fernsichten, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Dafür war das Sportheim der DJK dann der richtige Ort für eine rundum zufriedene Gesellschaft.
 
Mit der Einladung nach Aschfeld im Bachgrund sowie Orten im angrenzenden Werntal hatte Seniorenwart Krebs aber zum Ausklang des Wanderjahres 2012 anfang November noch einmal Ziele zu bieten, die wiederum – wahrscheinlich durch ihr besonders ansprechendes Programm – höchste Beteiligung versprachen. So stattete man zunächst der Kirchenburg von Aschfeld unter sachkundiger Führung einen Besuch ab, fuhr dann weiter auf die Homburg bei Gössenheim und kehrte schließlich zum Abschluss des überaus erfolgreich verlaufenen Wanderjahres in einem Winzerhof ein. Freude und Erwartung auf das Wanderjahr 2013 waren jedenfalls allenthalben bereits zu spüren.